Angst vor der Darmspiegelung

19. September 2015

[pc] Der Dickdarmkrebs ist eine der häufigsten Krebsursachen bei uns. Jedes Jahr gibt es mehr als 60.000 Neuerkrankungen und 26.000 Todesfälle durch diese Krebsart in Deutschland.

Vor dem Hintergrund, dass diese Zahlen weitgehend vermeidbar wären, wenn alle Menschen zur Darmkrebsvorsorge gehen würden, wird in Deutschland die Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr angeboten und ist fest im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen verankert.

Nach offiziellen Statistiken nehmen aber weniger als 20% dieses Angebot wahr. Die Zahlen sind nicht ganz so dramatisch, wie die Statistik suggeriert, da einige Patienten schon vor dem 55. Lebensjahr eine Koloskopie haben durchführen lassen. Insgesamt hatte etwa die Hälfte aller Deutschen zumindest eine Darmspiegelung bis Mitte 50. Warum aber ignoriert die andere Hälfte das Angebot einer Vorsorge?

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Die häufigsten Antworten waren:

a) Halte ich für unnötig / Habe keine Darmprobleme

Darmkrebs entwickelt sich im Erwachsenenalter zum überwiegenden Teil aus Vorläuferstufen, den sog. Adenomen. Diese Adenome sind Wucherungen der Schleimhaut (Polypen), die sich durch verschiedene Mechanismen zu einem Krebsgeschwür entwickeln können. Ziel der Koloskopie ist es, diese Vorläuferstufen zu entdecken und endoskopisch zu entfernen, um damit die Entstehung des Krebses zu verhindern. Soweit die Logik. Aber auch die erhobenen Daten sprechen klar für die Sinnhaftigkeit einer Prävention des Darmkrebs durch die Koloskopie: Mehr als 100.000 Neuerkrankungen konnten verhindert werden und in mehr als 50.000 Fällen konnte der Tumor zumindest in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden. Insgesamt konnten seit Einführung der Vorsorge-Koloskopie mehr als 80.000 Todesfälle durch Darmkrebs verhindert werden.

“Die Darmspiegelung wird auf lange Sicht nicht nur die Darmkrebs-Sterblichkeit senken. Das endoskopische Screening ist echte Prävention. Im Gegensatz zu anderen Screening-Programmen wird zusätzlich auch das Auftreten neuer Krebsfälle deutlich zurückgehen.”
Prevention, Early Detection, and Overdiagnosis of Colorectal Cancer Within 10 Years of Screening Colonoscopy in Germany. Clinical Gastroenterology and Hepatology 2014, DOI: 10.1016/j.cgh.2014.08.036

DKFZ Pressemitteilung

b) Angst vor der Untersuchung

Eine Darmspiegelung kann auf Wunsch selbstverständlich mit einer Kurznarkose angeboten werden. Dadurch lassen sich mögliche Beschwerden, die durch die Passage des Darms verursacht werden vollständig umgehen. Sprüche wie “jetzt mal nicht so anstellen…” sollten damit hoffentlich endgültig abgeschafft sein.

Den genauen Ablauf einer Darmspiegelung stellen wir in einem folgenden Blogbeitrag vor.

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